Zum Hauptinhalt springen

Presse

Pressemitteilung: Modernisierungsagenda: BMDS bleibt hinter eigenen Gleichstellungszielen zurück

Mit der Modernisierungsagenda setzt das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) ehrgeizige Ziele für die gesamte Bundesverwaltung und scheitert bereits im eigenen Haus an den selbstgesteckten Vorgaben. Auf Nachfrage von Anne-Mieke Bremer, Sprecherin für Games und Digitale Infrastruktur der Linksfraktion im Bundestag, an Staatssekretär Philipp Amthor reichte das Ministerium jüngst Daten zur Geschlechterverteilung sowie zur Teilzeitquote in Führungspositionen nach. Die Ergebnisse sind ernüchternd. In beiden Kategorien unterschreitet das BMDS die Durchschnittswerte der Bundesverwaltung deutlich.

So heißt es in der Modernisierungsagenda unter anderem:

„Wir ermöglichen Gleichberechtigung in Führungspositionen, indem wir passende Rahmenbedingungen schaffen. Gleichzeitig führen wir einen Standard für ressortübergreifende themenbezogene Vernetzung ein. Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen ist und bleibt gesetzliches Ziel (…)“

[Maßnahme 4.2.] „Ausbau von Führungsmodellen in Teilzeit (alleiniges Führen in Teilzeit und Job-sharing/Tandem)“

Ein Abgleich mit dem Gleichstellungsindex 2025 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verdeutlicht, wie weit das Ministerium hinter seinen eigenen Ansprüchen zurückbleibt. Von insgesamt 66 Führungspositionen sind lediglich 28 mit Frauen besetzt. Dieser Anteil von 42,4 % liegt unter dem Durchschnitt der obersten Bundesbehörden, der im Jahr 2025 bei 45 % liegt.


Noch deutlicher tritt das Defizit bei den Führungspositionen in Teilzeit zutage: Nur 4 von 66 Führungskräften arbeiten in Teilzeit, allesamt auf der untersten Führungsebene. Mit einer Quote von 6,1 % erreicht das BMDS nicht einmal die Hälfte des Durchschnitts für oberste Bundesbehörden von 12 %.

Dazu erklärt Anne-Mieke Bremer:  "Gerade die Neugestaltung eines Ministeriums hätte die Chance geboten, eine paritätische Besetzung und moderne Arbeitszeitmodelle konsequent umzusetzen. Es ist daher äußerst fragwürdig, ob ein Ministerium, das die angestrebten Standards intern verfehlt und zudem über begrenzte externe Einflussmöglichkeiten verfügt, echte Fortschritte bei der Gleichstellung erzielen kann. Es drängt sich der Verdacht auf, dass diese Ziele lediglich verankert wurden, um eine ansonsten rein marktliberale Agenda gleichstellungspolitisch kaschieren, mit einer ernsthaften Umsetzung ist unter diesen Vorzeichen kaum zu rechnen."

Zurück zum Kopf der Seite