Richtigstellung in eigener Sache
Derzeit wird in verschiedenen Medien die Anwesenheit bei namentlichen Abstimmungen im Bundestag als Kennziffer für die Qualität der politischen Arbeit im Bundestag herangezogen. Warum gerade die Quote der Anwesenheit bei namentlichen Abstimmungen ungeeignet und die Berichterstattung tendenziös ist, möchte ich in dieser Stellungnahme kurz begründen.
Namentliche Abstimmungen finden im Bundestag nicht in jeder Sitzungswoche statt und sind über das Jahr sehr ungleich verteilt. So fiel ein Großteil der namentlichen Abstimmungen der laufenden Wahlperiode auf lediglich drei Sitzungswochen zwischen November und Dezember 2025. In diesem kurzen Zeitraum wurden insgesamt 20 namentliche Abstimmungen durchgeführt, das entspricht 38,5 Prozent aller bisherigen Abstimmungen (52 insgesamt). Genau in diese drei Wochen fallen auch 83 Prozent meiner krankheitsbedingten Fehlzeiten. Auf dringenden ärztlichen Rat konnte ich in diesem Zeitraum nicht an den Sitzungen teilnehmen, was ich der Bundestagsverwaltung selbstverständlich ordnungsgemäß angezeigt habe. Ich bedauere es sehr, dass diese gesundheitlich notwendige Auszeit nun zu einer entsprechenden Berichterstattung führt. Gleichzeitig möchte ich betonen, dass es sich hierbei um eine bloße Momentaufnahme handelt, die auf dem unglücklichen Zusammentreffen einer akuten Erkrankung und einer außergewöhnlichen Häufung von Abstimmungen basiert.
Namentliche Abstimmungen stellen ein wichtiges parlamentarisches Instrument dar, in dem Abstimmungsentscheidungen einzelner Abgeordneter öffentlich sichtbar werden. Gleichzeitig machen diese nur einen Bruchteil der parlamentarischen Tätigkeit von Abgeordneten aus. Die meiste Zeit fließt in die Vorbereitung parlamentarischer Initiativen wie Anfragen und Anträge, in die Facharbeit in den Ausschüssen, in Fachgespräche, in Bürger*innenanliegen, in die politische Vernetzung, in die Öffentlichkeitsarbeit und natürlich in die Redebeiträge im Plenum. All diese Initiativen, Anträge und Reden sind selbstverständlich öffentlich dokumentiert und über die Parlamentsdatenbanken des Bundestages für jeden transparent einsehbar. Ich denke, dass ich hier trotz der gesundheitsbedingten Abwesenheiten eine verlässliche und engagierte Arbeit für die Menschen leisten konnte.
Einen weiteren Schwerpunkt sehe ich in der Arbeit in meinem Wahlkreis. So konnten wir Ende des vergangenen Jahres unser Wahlkreisbüro in Nienburg eröffnen. Dort finden regelmäßig Sozialsprechstunden, Bürger*innenberatungen, Lesungen, Diskussionsveranstaltungen und Infostände zu aktuellen politischen Themen statt.

